Personalsituation in deutschen Apotheken: 90% der Apotheken leiden unter Personalengpässen

Veröffentlicht am 18.11.2021 von Katrin Bachmann

Auf Inititative des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz e.V. – LAV wurde im August 2021 von myapojob.de eine Umfrage unter rheinland-pfälzischen Apotheken durchgeführt, die einen Einblick in die dort herrschende Personalsituation geben sollte. Die Ergebnisse aus Rheinland-Pfalz ließen erste überraschende Rückschlüsse auf die tatsächliche Dramatik der Situation zu, denn nur knapp 11% der befragten Apotheken waren optimal mit Personal ausgestattet und erwarteten auch in Zukunft keinerlei Personalengpässe.

Um herauszufinden, ob dies lediglich ein regionales Phänomen ist oder ob sich dieses Bild auch bundeslandübergreifend abzeichnet, wurde die Umfrage im Oktober 2021 deutschlandweit ausgerollt. Wir wollten wissen: Wie ist das in Ihrer Apotheke und auf welchen Wegen und mit welchen Instrumenten begegnen Apotheken dieser Herausforderung?

Im Folgenden möchten wir Ihnen gerne die wesentlichen Erkenntnisse vorstellen. Es nahmen insgesamt 693 Apotheken teil, 379 davon vollständig.

Personalengpässe auch bundesweit problematisch

Die Problematik der dramatisch hohen Personalengpässe, das sich in Rheinland-Pfalz gezeigt hat, ist 1:1 auf Bundesebene übertragbar: 61,54% der befragten Apotheken kämpfen mit akuten Personalengpässen, 27,86% erwarten in der nahen oder fernen Zukunft Personalengpässe. Dabei sind insbesondere approbierte Apotheker (86,05%) und pharmazeutisch-technische Angestellte (78,64%) Mangelware. Es verbleiben lediglich 10,61% an Apotheken, die sich optimal mit Personal ausgestattet sehen.

Nur knapp 11% der Apotheken sind optimal mit Personal ausgestattet

Traditionelles Recruiting dominiert in Apotheken - Potenziale bleiben ungenutzt

Schaut man sich die Recruitingmethoden der befragten Apotheken an, wird deutlich, dass insbesondere die Offline-Suche eine entscheidende Rolle spielt: Knapp 67% suchen im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis nach neuen Mitarbeitern, knapp 79% weiten ihre Suche auch auf den Freundes- und Bekanntenkreis ihrer bestehenden Mitarbeiter aus.

Die Ergebnisse sind allerdings nur mittelmäßig zufriedenstellend. Nur ca. 29% bzw. 36% können auf diesem Weg ihren Personalbedarf in der gewünschten Form decken.

Die Online-Personalsuche spielt in der Branche eine untergeordnete Rolle: Spezialisierte Jobportale werden bisher nur von ca. 45% der Apotheken genutzt, generalisierte Jobportale nur von ca. 20%.

Dabei bieten vor allem spezialisierte Jobportale ungenutztes Potenzial: Mit gut 23% belegen sie Rang 3 in der Zufriedenheit mit den gewählten Recruitingmethoden. Ob bei den jeweiligen Jobpublikationen bereits das volle Reichweitenpotenzial durch entsprechende Maßnahmen der Stellenanzeigenoptimierung ausgeschöpft wurde, geht es aus den Ergebnissen nicht hervor.

Potenzial birgt ebenfalls die Thematik der Positionierung als Arbeitgeber und damit einhergehend der Aufbau einer (regionalen) Arbeitgebermarke. Einige Jobportale bieten die Möglichkeit, die eigene Marke durch aussagekräftige Unternehmensprofile zu stärken, so auch myapojob.de. Während Apotheken mit 2-3 oder mehr Betriebsstätten die Wichtigkeit dieser Möglichkeit zu großen Teilen erkennen und nutzen möchten, sinkt die Bereitschaft hierfür unter Apotheken mit nur einer Betriebsstätte.

Insgesamt ist die Bereitschaft zur Nutzung dieser im Rekrutierungsprozess wichtigen Maßnahme aber hoch; 86% der befragten Apotheken möchten sich ein Apothekenprofil anlegen. Sollten Sie ebenfalls dazu gehören, können Sie hier damit beginnen:

Registrieren & Profil erstellen

Haben Sie Schwierigkeiten beim Ausfüllen des Profils, hilft Ihnen unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung.

 

Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage „Personalsituation in deutschen Apotheken“ können Sie hier einsehen:

Download Umfrageergebnisse