Wie Sie den Europäischen Sozialfonds an Ihren Personalentwicklungsmaßnahmen beteiligen: Förderprogramm unternehmensWert:Mensch

Veröffentlicht am 18.01.2022 von Jörg Simpfendörfer

Geförderte Beratungen für kleine und mittlere Unternehmen im Projekt unternehmensWert:Mensch

unternehmensWert:mensch (uWM) – speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse des Mittelstands.

Moderne Personalpolitik, Digitalisierung, Krisenresilienz und Frauenförderung im Techbereich - dies sind die vier Projektzweige des Förderprojekts.

Das Förderprogramm wurde speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geschaffen, zu denen in diesem Definitionsrahmen auch Apotheken gehören. Es soll insbesondere unterstützen bei personalpolitischen Fragestellungen und Digitalisierungsthemen, von denen Apothekeninhaberinnen und -inhaber ohne Zweifel in besonderem Maße betroffen sind - grundsätzlich ist es allerdings unbedeutend, in welchem Zweig des Gesundheitswesens bzw. in welchem Wirtschaftszweig das Unternehmen tätig ist.

Personalthemen, Digitalisierung, Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten und Förderung von Frauenkarrieren sind, wenn auch nicht zwingend neue, überaus aktuelle Themen, die vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zunehmend in den Fokus der Unternehmen gerückt sind: Unternehmerinnen und Unternehmer werden beispielsweise zunehmend mit personalpolitischen Fragestellungen konfrontiert. Hinzu kommen der demografische Wandel, krankheitsbedingte Engpässe oder Nachwuchsmangel - die personellen Anforderungen an Unternehmen sind vielfältig, die Bindung von Fachkräften ist eine branchenübergreifende Herausforderung. Die Digitalisierung unterstützt bereits heute in zahlreichen Bereichen wie bei der Vereinfachung von Beschaffungsprozessen, bei der Personaleinsatzplanung oder dem simplen, aber informativen Webauftritt von Unternehmen.

All diese Entwicklungen setzen immer auch eine Investitions- und Veränderungsbereitschaft in den Unternehmen voraus. Digitale Aufrüstung bedeutet beispielsweise nicht nur Investition in Hard- und Software, sondern vor allem auch Investitionen in Prozesse, Strukturen und natürlich in das Personal. Sonst wird Digitalisierung kaum den Sprung von der Be- zur Entlastung schaffen können. Zusätzlicher Veränderungsdruck kommt auch von außen: Der Bund sucht den digitalen Mehrwert im System und forciert die Einführung von e-Rezepten und die Nutzung von digitalen Akten auf der Patientenseite. Die Apothekerinnen und Apotheker haben an dieser Stelle eine Vorreiterrolle eingenommen und die entsprechenden Grundlagen geschaffen. Jetzt warten sie auf den Startschuss. Trotzdem sind im Handling noch viele Fragen offen. KMUs fehlen oft die Ressourcen, um diese Herausforderungen anzugehen.

An dieser Stelle setzt das Beratungsprogramm unternehmensWert:Mensch an, indem es KMU bei der Entwicklung moderner, mitarbeiterorientierter Personalstrategien unterstützt. In insgesamt vier Programmzweigen werden KMU mit einer Quote von bis zu 80% gefördert (aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, sowie dem Europäischen Sozialfonds bzw. von der Europäischen Union als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie (REACT-EU)).Unternehmen, die die jeweiligen Förderkriterien erfüllen, können eine Förderung von bis zu 80% der dabei entstehenden Beratungskosten erhalten. Im Kern der Förderung stehen Beratungsdienstleistungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten je nach Programmzweig. Die Tätigkeit der Erstberatungsstelle ist für Antragsteller kostenfrei.

Eine detaillierte Aufstellung der Inhalte der jeweiligen Programmzweige finden sich hier: unternehmens-wert-mensch.de

Anbei eine kurze Übersicht über alle Programmzweige:

uWM:

Wie gut ist Ihr Unternehmen aufgestellt, um zukünftigen personellen Herausforderungen zu begegnen? Wo besteht Handlungsbedarf? Wie können Sie eine moderne, zukunftsfähige Personalpolitik für Ihr Unternehmen entwickeln? Welche konkreten Lösungen passen zu Ihnen? unternehmensWert:Mensch hilft Ihnen, diese Fragen zu beantworten.

uWM plus:

Die Chancen der Digitalisierung gewinnbringend einzusetzen, ist auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine wirtschaftliche Notwendigkeit geworden. Dafür benötigen Betriebe nachhaltige Strategien und neue Konzepte. Hier setzt der Programmzweig unternehmensWert:Mensch plus (uWM plus) an, indem er betriebliche Lern- und Experimentierräume fördert. Im Rahmen einer professionellen Prozessberatung wird Ihr Unternehmen für die Digitalisierung fit gemacht. In einem beteiligungsorientierten Lernprozess werden passgenaue Lösungen für die digitale Transformation entwickelt und innovative Arbeitskonzepte erprobt.

Gestärkt durch die Krise (Gdk):

Im Fokus des neuen Programmzweigs „Gestärkt durch die Krise“ steht der Aufbau und die Stärkung organisationaler Resilienz: Unternehmen sollen darin unterstützt werden, eine widerstandsfähige und innovationsbereite Unternehmenskultur zu etablieren, um die COVID-19-Pandemie und deren Folgen gut und nachhaltig zu meistern, aber auch auf weitere Krisen besser vorbereitet zu sein. Die Pandemie hat gezeigt, wie Betriebe in kürzester Zeit auf tiefgreifende Veränderungen reagieren mussten, etwa auf Kontaktbeschränkungen und die Verlagerung von Arbeit ins Home-Office. Gleichzeitig hat die Pandemie den Strukturwandel in der Arbeitswelt massiv beschleunigt. Der Beratungsschwerpunkt liegt auf den Chancen der virtuellen Kommunikation, der Personalführung auf Distanz sowie auf Home-Office-Lösungen.

Women in Tech (WiT):

Der neue Programmzweig „Women in Tech“ richtet sich explizit an Unternehmen der IT- und Tech-Branche und unterstützt dabei, Frauen für die Branche zu gewinnen und langfristig im Betrieb zu halten.

Was und wie wird gefördert:

Alle Programmzweige richten sich wie bei uWM üblich an KMU mit weniger als 250 Beschäftigten und 50 Millionen Euro Jahresumsatz (Ausnahme für einzelne Bundesländer, z.B. Baden-Württemberg: Im Programmzweig uWM ist eine Förderung nur für Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz nicht höher als 2 Millionen Euro möglich).

Ablauf:

Der erste Schritt in jedem Programmzweig ist der Gang in eine der bundesweit verfügbaren Erstberatungsstellen des jeweiligen Bundeslandes. Diese lotsen Sie durch die verfügbaren Programmzweige und stehen Ihnen als erste Ansprechpartner bei allen Fragen rund um das Projekt zur Seite. In Ihrer Erstberatungsstelle wird im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung die Förderfähigkeit geklärt und gemeinsam mit Ihnen der konkrete betriebliche Veränderungsbedarf ermittelt. Anschließend wird die Förderung besprochen. 

Erfüllt Ihr Unternehmen die Förderkonditionen, erhalten Sie direkt in der Erstberatungsstelle den Beratungsscheck, mit dem die Prozessberatung in Anspruch genommen werden kann.

Der zweite Schritt ist die Prozessberatung selbst. Aus einem Prozessberaterpool können Sie einen für das Programm autorisierten Prozessberater auswählen. Die Prozessberatung findet direkt im Unternehmen statt. Dabei erarbeitet der Prozessberater gemeinsam mit der Unternehmensführung sowie den Beschäftigten und ggf. der Mitarbeitervertretung passgenaue Lösungsstrategien.

Bitte beachten Sie: Das Programm wurde letztmalig bis zum 31.12.2022 verlängert. Für die Teilnahme an den einzelnen Programmzweigen ergeben sich dementsprechend folgende Fristen für einen letztmöglichen Projektstart:

  • uWM: 28.02.2022 (volle Laufzeit)
  • uWM plus: 31.05.2022 (volle Laufzeit)
  • GdK: 31.08.2022
  • WiT:  28.02.2022 (volle Laufzeit) bzw. 31.08.2022 (verkürzte Laufzeit)

Weitere Informationen zu den Programmzweigen, den Erstberatungsstellen und den Prozessberatern finden Sie unter www.unternehmens-wert-mensch.de

Bei Interesse oder Fragen zu den Förderprogrammen steht Ihnen auch gerne die Erstberatungsstellen zur Verfügung. Eine Liste der Erstberatungsstellen finden Sie hier: Erstberatungsstellen unternehmensWert:Mensch

                

Das Programm unternehmensWert:Mensch wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Förderhinweis: Die Programmzweige „Gestärkt durch die Krise“ und „Women in Tech“ werden im Rahmen des Programms unternehmensWert:Mensch des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unterstützt und von der Europäischen Union als Teil der Reaktion der Union auf die COVID-19-Pandemie (REACT-EU) finanziert.